JoeToe

Windows-Freigabe unter Linux mounten

Oftmals kommt es vor, dass Windows und Unix/Linux sich ein Netzwerk teilen. Ob man es nun wahr haben will oder nicht - beide “Welten” müssen miteinander kommunizieren. Dies fängt beim Datenaustausch an und so zeige ich hier, wie ein Linux ganz bequem auf Windows-Freigaben zugreift.

Grundvoraussetzung für das “Mounten” der Windows-Freigeben ist, dass Linux “smb” - sprich Samba - kann. Nein - hier ist nicht der Tanz oder gar eine rhythmische Musikrichtung gemeint. “smb” bzw. “cifs”, dem wohl eher die Zukunft gehören dürfte, ist ein Netzwerk-Protokoll. Die Samba-Entwickler haben durch “ausprobieren” das Protokoll “re-ingeniert” und in der Unix- und Linux-Welt als de facto Standard etabliert.

Unter Debian bzw. Ubuntu kann man mit:
apt-get install samba smbfs

die entsprechende Funktionalität herstellen.

mount -t cifs //HOST/FREIGABE /mnt -o user=USER,workgroup=ARBEITSGRUPPE

Dies ist praktisch der Befehl, um die Windowsfreigabe in Linux einzuhängen.

HOST = Name des Windows-Rechners; optional dessen IP-Adresse
FREIGABE = Freigabe, die über Windows bereitgestellt wird
USER = Nutzer, der autorisiert ist diese Freigabe zu nutzen
ARBEITSGRUPPE = faktisch die Domaine in der sich Windows befindet

umount /mnt “befreit” einen wieder von der Bindung und hängt die Windows-Freigabe wieder aus.

Es gibt selbstverständlich gute Gründe sich die möglichen Parameter mal anzusehen. Wer darauf keine Lust hat, sollte erst recht einen Blick hierauf werfen:
mount -t cifs //filer/sus /filer/sus -o username=USER,password=PASSWORD,workgroup=ARBEITSGRUPPE,
iocharset=utf8,file_mode=0777,dir_mode=0777,ro
(Der BackSlash steht für den Zeilenumbruch - Platzgründe)

Diese Anweisung erlaubt die Nutzung von “UTF-8″ als Zeichensatz und setzt Standard-Dateirechte mit Vollzugriff. “ro” macht die Sache an sich wieder zu nichte, da es für “read-only” steht. Ich habe diesen Parameter an sich nur aufgenommen, um zu zeigen, dass man bei der Parametrisierung nachdenken sollte. :-) (Natürlich aber, um all zu leichtfertiges Verhalten und dem damit verbundenen Datenverlust vorzubeugen.)

Was allerdings auch ins Auge fällt, ist die Angabe des Passwortes. Beim direkten Aufruf auf der Konsole ist das nicht weiter tragisch - im Folgenden ist dieser Umstand aber schon nicht mehr akzeptabel!

Möchte man nämlich nun den Vorgang des “mountens” automatisieren, so geht man den Linux-gewohnten Weg über die “/etc/fstab”. Hier ist es aber unpraktikabel das Passwort anzugeben!
Samba bietet die Funktion, die Kennwörter zu hinterlegen bzw. einem Benutzer zuzuordnen.

vi /root/.smbcredentials
username=USER
password=*******

Automatische An- und Abmeldung wird wie üblich über die “fstab” realisiert.

vi /etc/fstab
//HOST/FREIGABE     /mnt      cifs    credentials=/root/.smbcredentials,nounix,workgroup=ARBEITSGRUPPE,iocharset=utf8,file_mode=0777,dir_mode=0777,ro   0       0

Diese Angaben wirken vielleicht erstmal etwas verwirrend, aber es hat ja auch niemand behauptet, dass es trivial wäre! :-p

Der einfachste Weg:
mount -t cifs -o username=USER //IP/FREIGABE /mnt

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