ArchLinux ist sehr handlich und schmal; kein überflüssiger Schnick-Schnack!
So vorteilhaft dies auch sein mag, es bedeutet auch, dass man des öfteren mal von Hand konfiguriert, was andere Distributionen eigenständig machen.
Geht es um die X-Umgebung, so ist diese sicher wichtig genug, um einen eigenen Artikel darüber zu verfassen.
Ich gehe bei der Installation davon aus, dass bereits erfolgreich Arch installiert und auf den aktuellen Stand (pacman- Syu) gebracht wurde. Ferner ist es mir ein persönliches Bedürfnis, als Arbeitsumgebung Fluxbox zu installieren. Warum? Weil es, ähnlich wie ArchLinux, schlank und schnell ist. - Es orientiert sich an dem, was man wirklich braucht…fern ab der Entwicklung, wie sie allgemein bekannte Desktop-Systeme, wie z.B. KDE und Gnome, nehmen.
Auch bei der Anmeldung, die im allgemeinen durch KDM, GDM oder XDM realisiert wird, weiche ich auf eine weniger gebräuchliche Alternative aus. Slim ist der Name und der Name ist Programm. Auch hier bekennt man sich zur eigentlichen Funktion und verzichtet auf unnötigen Überschuss.
pacman -Sy dbus hal xorg xf86-video-vesa slim fluxbox
Vesa ist ein Standard mit dem “alle” Grafikkarten klar kommen. Wer es spezieller möchte, was ich nur empfehle, sollte mit “pacman -Ss xf86-video-” nach dem richtigen Treiber für die verbaute Grafikkarte suchen bzw. hinzufügen.
Xorg
Xorg und HAL hängen miteinander zusammen.
Will sagen: Willst du, dass es, ohne großes Herumgespiele, funktioniert, so ist “dbus” und “hal” mal eben genau das, was du brauchst.
/etc/rc.d/dbus start
/etc/rc.d/hal start
Damit es auch beim nächsten Systemstart automatisch lädt:
vi /etc/rc.conf
DAEMONS=(… dbus hal …)
Die Konfiguration lasse “ich” erledigen, da mit die Xorg-Konfiguration einfach mal nicht zusagt.
Xorg -configure
(Xorg beginnt wirklich mit einem großen Buchstaben!)
cp ~/xorg.conf.new /etc/X11/xorg.conf
Test:
startx
Wenn alles so ist, wie es sein soll, dann siehst du bereits. Du kannst die grafische Sitzung über Fluxbox selbst oder einfach via “Ctrl+Alt+Backspace” beenden.
Slim
Slim sorgt für die Anmeldung und den Start der grafischen Umgebung.
Slim wird zentral über eine Konfiguration instruiert.
vi /etc/slim.conf
Hier ein Ausschnitt aus meiner Konfiguration:
…
default_user ditha
focus_password yes
auto_login no
…
Wie du unschwer erkennen kannst, ist die Konfiguration selbsterklärend, was ein weiterer, bedeutender Unterschied zu “herkömmlichen Multi-Funktionsanmeldungen” ist.
“Ich will die richtige Funktion und nicht die Vielfalt von Funktionen, die kein Mensch braucht!”
Damit Slim automatisch startet, kann auch hier die “rc.conf” bemüht werden.
vi /etc/rc.conf
DAEMONS=(… slim …)
Test:
slim
Damit die Anmeldung funktioniert, muss der Benutzer, mit dem du dich gedenkst anzumelden, ein Kennwort haben.
(Sollte es selbst jetzt nicht funktionieren, so bist du offenbar mit der Vergabe eines Kennworts vorbildlich. Aus Gründen, die ich noch zu erforschen gedenke, meint Slim wohl, es gäbe nur US-Amerikanische Tastaturen. - Es ist also vermutlich ein Problem mit den Umlauten bzw. der “anderen” Belegung der Tasten.)
Nachtrag:
Über HAL das Tastaturlayout setzen
ArchLinux auf Deutsch
Systemstart
Da ich Optimist bin, gehe ich blind davon aus, dass auch bei dir soweit alles geklappt hat. Fluxbox kann später schick gemacht werden. - Was viel wichtiger ist als eine bunte Oberfläche ist, dass diese auch wirklich gestartet wird.
Zwar haben wir bereits wichtige Vorkehrungen in der rc.conf getroffen, aber das Arch startet immer noch im RunLevel 3 und wenn man “init 5″ eingibt, dann ist es der XDM, der angestartet werden “will”. Da dieser Zustand sicher ungewollt ist, muss noch eine Datei angepasst werden.
vi /etc/inittab
…
## Only one of the following two lines can be uncommented!
# Boot to console
#id:3:initdefault:
# Boot to X11
id:5:initdefault:
…
# Example lines for starting a login manager
#x:5:respawn:/usr/bin/xdm -nodaemon
#x:5:respawn:/usr/sbin/gdm -nodaemon
#x:5:respawn:/usr/bin/kdm -nodaemon
x:5:respawn:/usr/bin/slim >& /dev/null
Vergleichst du diese beiden Blöcke mit denen, die du in deiner “inittab” finden wirst, dann dürfte dir auffallen, was ich geändert haben.
1. init 5 als default
2. slim als login manager
Wenngleich man es nur ungern hört in Linuxkreisen…Ein Neustart ist der einzige Weg, um dir zu zeigen, ob nun alles 100%ig funktioniert. Ist die Hürde mit dem richtigen Grafikkarten-Treiber genommen ist aber davon auszugehen.
Soweit ist nun alles fertig. Hast du es bis hier her geschafft, kannst du zu Recht stolz auf dich sein, denn du bist auf dem Weg, dir dein eigenes System zusammen zubauen.
Ist es nicht die Eigenart eines jeden Individuums, eigene Wege zu gehen?!
Du hast eigene Gedanken, eigene Ansprüche und verfolgst eigene Philosophien.
Nun bist du auf dem besten Wege, fern ab des Mainstreams, dir deine eigene Umgebung zu gestalten.
Viel Spaß!